GIAL-Symposium 2025 in Lausanne
5. März 2026
Anästhesie Journal Nr. 1 März 26
GIAL-Symposium 2025 in Lausanne
Erfolgreiche Neuausrichtung mit regionalem Fokus
Am 25. Oktober fand das jährliche GIAL-Symposium im Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) in Lausanne statt, bei dem sich die Fachpersonen-Community zu einem Tag des Austauschs, der Wissensaktualisierung und der klinischen Reflexion versammelte.
Autor: Damien Tornay
Nach mehreren Jahren mit rückläufigen Teilnehmerzahlen traf das Organisationskomitee die strategische Entscheidung, diese Veranstaltung vorrangig auf ein Publikum aus der Romandie auszurichten. Diese wohlüberlegte Entscheidung zielte darauf ab, die Nähe und regionale Verankerung des Symposiums zu stärken. Sie hat sich als völlig richtig erwiesen, da die Veranstaltung fast 60 Teilnehmende zusammenbrachte, was einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen im Vergleich zu den Vorjahren bedeutet.
Dank an Teilnehmende und Sponsoren
Wir möchten allen Anwesenden unseren herzlichsten Dank aussprechen, deren Interesse und Begeisterung wesentlich zum Erfolg dieses Tages beigetragen haben. Die Heterogenität der Teilnehmenden, ihre Erfahrungen und verschiedenen Tätigkeitsbereiche führten zu einem inhaltlich wertvollen Austausch und trugen zur Qualität der Diskussionen bei, sowohl während der Beiträge als auch in den eher informellen Momenten. Unser Dank gilt auch unseren Sponsoren, deren treue Unterstützung und Engagement den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung und ihre Attraktivität ermöglicht haben.
Sehr positives Echo aus dem Publikum
Das Feedback nach dem Symposium war durchweg positiv. Die Teilnehmenden hoben die hohe Qualität der Präsentationen, die Klarheit der Vorträge und die Relevanz der behandelten Themen hervor, die der aktuellen Realität in der klinischen Praxis entsprechen. Die Energie, die Verfügbarkeit und das Fachwissen der Referent:innen wurden ebenfalls sehr gelobt und trugen dazu bei, dass die Aufmerksamkeit und Interaktion den ganzen Tag über auf einem hohen Niveau stattfanden. Mehrere Teilnehmende hoben den vielfältigen Austausch und die Möglichkeit hervor, ihre Methoden, Fragen und Erfahrungen mit denen ihrer Kolleg:innen zu vergleichen.
Ein breit angelegtes wissenschaftliches Programm mit hoher klinischer Relevanz
Das bewusst vielfältig gestaltete wissenschaftliche Programm deckte ein breites Spektrum aktueller Themen übergreifender Fragestellungen in der Anästhesie ab. Zu den behandelten Themen gehörten insbesondere die Behandlung pulmonaler Hypertonie und rechtsventrikulärer Dysfunktion, ein wichtiges Thema in der Anästhesie und perioperativen Medizin, sowohl aufgrund der pathophysiologischen Komplexität als auch aufgrund der prognostischen Auswirkungen für die Patient:innen. Der Vortrag von Dr. Juliane Guay bot einen Überblick über die aktuellen Empfehlungen, Überwachungsstrategien und verfügbaren Behandlungsoptionen und unterstrich dabei die Bedeutung eines multidisziplinären Ansatzes.
Hypnose als integrativer Bestandteil moderner Anästhesiekonzepte
Auch die Hypnose nahm einen wichtigen Platz im Programm ein. Der Vortrag wurde von Dr. Marco Grischott gehalten. Dieser nicht-pharmakologische Ansatz, der zunehmend in die Behandlungsabläufe integriert wird, wurde unter dem Gesichtspunkt seiner Indikationen, seiner potenziellen Vorteile und seiner praktischen Integration in die Anästhesie und Schmerztherapie vorgestellt. Die anschliessende Diskussion verdeutlichte, wie wichtig Ausbildung, Erfahrung und die Zustimmung der Teams für eine wirksame Umsetzung sind.
Schmerzbehandlung bei nicht kommunizierenden Patient:innen
Die Schmerzbehandlung bei nicht kommunizierenden Patient:innen war ein weiterer Höhepunkt des Tages. Baptiste De Chastonay und Julien Bontemps sprachen über dieses Thema, das im Mittelpunkt klinischer und ethischer Überlegungen steht. Die verfügbaren Bewertungsinstrumente, die Grenzen der bestehenden Skalen und die Notwendigkeit einer genauen Beobachtung wurden erneut hervorgehoben. Die Diskussionen verdeutlichten die Bedeutung einer ständigen Wachsamkeit und einer Anpassung der Schmerzbehandlungsstrategien, um eine respektvolle und wirksame Behandlung dieser besonders schutzbedürftigen Patient:innen zu gewährleisten.
Aktuelle Entwicklungen in der Lokalanästhesie
Aktuelles der Lokalanästhesie wurde von Dr. Stéphane Hublet angesprochen, der einen Überblick über die technischen Entwicklungen, die Fortschritte in der Ultraschallführung und die Zukunftsperspektiven in diesem sich ständig weiterentwickelnden Fachgebiet gab. In diesem Vortrag wurde die zentrale Rolle der Lokalanästhesie für die Verbesserung des postoperativen Komforts und die Verringerung von Komplikationen hervorgehoben.
Historischer Rückblick und Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses
Abgerundet wurde das Programm durch einen historischen Rückblick auf die Anästhesie, der den Weg von den ersten empirischen Techniken bis zu den heutigen modernen Verfahren aufzeigte. Diese interaktive Präsentation von Jacques Berthod vermittelte ein besseres Verständnis für die Entwicklung von Konzepten, Instrumenten und beruflichen Rollen und unterstrich gleichzeitig die Bedeutung der Wissensvermittlung und des kollektiven Gedächtnisses des Fachgebiets Anästhesie.
Nachwuchsförderung durch Posterpräsentationen
Die Posterpräsentationen waren ein weiterer Höhepunkt des Symposiums. Sie boten die Gelegenheit, die Arbeiten von Studierenden zu präsentieren, die kürzlich ihre Ausbildung zum/zur dipl. Expert:in Anästhesiepflege NDS HF abgeschlossen haben. Diese Beiträge zeugten von der Qualität der durchgeführten Projekte, dem Engagement der Studierenden und ihrer Fähigkeit, Vorgehensweisen in der Praxis zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Der Austausch rund um die Poster förderte den Dialog, konstruktives Feedback und den Ansporn, weitere Projekte in Angriff zu nehmen und kontinuierliche Verbesserungen im Fachgebiet fortzusetzen.
Industrieausstellung, Quiz und kollegialer Austausch
Über das fachliche Programm hinaus trugen mehrere Elemente dazu bei, diesen Tag zu einem echten Erfolg zu machen. Die Industrieausstellung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, neue Produkte, Geräte und innovative Lösungen zu entdecken und sich direkt mit Vertreter:innen der Partnerunternehmen auszutauschen. Ein interaktives Quiz mit einem attraktiven Preis, grosszügigerweise von Sponsoren gestiftet, sorgte für eine spielerische und gesellige Atmosphäre und stärkte die kollektive Dynamik.
Blick hinter die Kulissen des CHUV
Der Besuch des Operationssaals des CHUV stiess auf besonderes Interesse, nahezu 25 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit. Der Einblick in das Herzstück dieser Räumlichkeiten bot die Gelegenheit, die Organisation, die Ausstattung und die Besonderheiten der technischen Infrastruktur des Operationsblocks kennenzulernen, was zu regem Austausch und Vergleichen der Praxis führte.
Geselliger Ausklang und Ausblick auf 2026
Der Aperitif im Anschluss an den professionellen Input und Austausch ermöglichte es, die Kontakte in einer entspannten und herzlichen Atmosphäre zu pflegen, ermöglichte Begegnungen, Networking und den Erfahrungsaustausch unter Kolleg:innen.
Nach dem grossartigen Erfolg des durchgeführten Fortbildungstages freut sich das Organisationskomitee bereits jetzt über den wieder aufgenommenen Schwung rund um das Symposium der GIAL.
Wir freuen uns mitzuteilen, dass die Ausgabe 2026 bereits in Vorbereitung ist, mit dem Ziel, diesen Schwung weiterzuführen, ein hohes fachliches Qualitätsniveau aufrechtzuerhalten und die Beziehungen innerhalb der Westschweizer Gemeinschaft weiter zu stärken. Wir laden euch ein, bereits jetzt den 28. November 2026 vorzumerken, und freuen uns darauf, euch zahlreich zu einem neuen Tag des Austauschs, des Lernens und der Geselligkeit begrüssen zu dürfen.
Für das GIAL-Komitee,
Damien Tornay