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Unsere Präsidentin sprach vor 5000 Unterstützer der Pflegeinitiative in Bern

Am 30.10.2021 versammelten sich 5000 Personen in Bern, um sich für ein JA zur die Pflegeinitiative stark zu machen.

Unsere Präsidentin Michèle Giroud lief an vorderster Front der Kundgebung mit, die im Schützenmatte startete und an den Bundesplatz überlief, und hielt eine Rede an die Anwesenden:

"Derzeit verlassen 4 von 10 diplomierte Pflegefachpersonen den Beruf vor dem Alter von 35 Jahren. Der Mangel an Pflegefachpersonen hat sich durch die Pandemie noch verschärft. Die Zahl der offenen Stellen in der Pflege ist auf über 11.700 gestiegen.

Wir alle wissen das, wir erleben es jeden Tag. Die Arbeitsbedingungen sind für viele von uns zu schwer zu ertragen.

  • Die Pausenzeiten können oft nicht eingehalten werden.
  • Wir machen viele Überstunden, um unsere Patienten so gut wie möglich zu pflegen.
  • Ein Drittel von uns leidet unter Erschöpfungssymptomen.
  • Oft müssen wir Sonderschichten einlegen, um kranke Kollegen:innen zu ersetzen.

Diese Situation ist alarmierend, und es ist an der Zeit, etwas dagegen zu tun! Deshalb sind wir heute alle hier! Um der Bevölkerung zu zeigen, dass ein Ja für die Pflegeinitiative notwendig ist.

Die Gegner der Pflegeinitiative behaupten, dass der indirekte Gegenvorschlag schneller umgesetzt wird und eine bessere Unterstützung für die Pflege gewährleistet wird. Das ist eine Ausrede! Das Argument der Geschwindigkeit wird nur benutzt, um die Initiative abzulehnen.

Bevor die Ausbildungsoffensive beginnen kann, müssen die 26 Kantone Rechtsgrundlagen verabschieden und Budgets für acht Jahre bereitstellen, damit die Bundesmittel gleichmässig fliessen können. Es wird daher mehrere Jahre dauern, bis die Rechtsgrundlage in Kraft tritt und die im Gegenentwurf vorgesehenen Investitionen sich positiv auf die Bildung auswirken.

 Um genügend qualifizierte diplomierte Pflegefachpersonen auszubilden:

  • Braucht es fast Doppel so viele jungen Menschen, die bereit sind, die Ausbildung zu absolvieren.
  • Müssen mehr Lehrkräfte ausgebildet werden, um die Studierende zu betreuen.
  • Muss die Infrastruktur in den Ausbildungszentren angepasst werden.

 
Der Gegenvorschlag sieht keine Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor.

Wenn wir nichts tun, um die Bedingungen zu verbessern, werden die diplomierten Pflegefachpersonen den Beruf weiterhin verlassen. Ich frage Sie also: Was nützt es, in die Ausbildung zu investieren, wenn die Hälfte der ausgebildeten diplomierten Pflegefachpersonen den Beruf vor dem 35. Lebensjahr verlassen. Das ist rausgeschmissenes Geld!

 Wir brauchen:

  • ausreichend qualifiziertes Personal auf den Stationen
  • verlässliche Arbeitszeiten
  • familienfreundliche Struktur
  • bessere Möglichkeiten für die berufliche Entwicklung
  • die Entlohnung muss den hohen Arbeitsanforderungen angemessen sein

Keine dieser Massnahmen ist im Gegenvorschlag vorgesehen.

Im Gegensatz zum indirekten Gegenvorschlag, der vor allem eine Ausbildungsoffensive beinhaltet, schlägt die Initiative für eine starke Pflege Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit zur Bekämpfung des sich verschärfenden Pflegenotstandes vor.

Der Bundesrat ist der Meinung, dass es nicht Sache des Bundes ist, die Arbeitsbedingungen zu regeln, aber wir kämpfen seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals, ohne Erfolg!

Die Initiative stellt eine einzigartige Chance dar, um sicherzustellen, dass wir heute und morgen eine gute Versorgung unserer Patienten gewährleisten können.

Ich rufe Sie daher auf, Ja zur Initiative für eine starke Pflege zu sagen, damit wir da sind, wenn Sie uns brauchen."

 

Vier Wochen vor der Abstimmung über die Pflegeinitiative riefen der SBK gemeinsam mit der SIGA/FSIA und dem Bündnis Gesundheitspersonal zu einer Kundgebung in Bern auf. An der Veranstaltung auf dem Bundesplatz standen die Forderungen der Pflegeinitiative im Vordergrund: Mehr Pflegende ausbilden, Berufsausstiege verhindern, Pflegequalität sichern. 

Die Pflegeinitiative zielt darauf ab, die schon lange bestehenden Missstände in der Pflege zu beheben. Aktuell sind über 11'000 Pflegestellen unbesetzt, davon über 6000 für diplomierte Pflegefachpersonen. Die Pflegeinitiative enthält ein Massnahmenpaket, dank welchem die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sichergestellt wird:

Mehr Pflegende ausbilden – Ausbildungsoffensive starten:
Mit einer Ausbildungsoffensive sollen mehr Pflegende, und insbesondere auch genügend diplomierte Pflegefachpersonen, ausgebildet werden. Die Schweiz bildet seit Jahren viel zu wenig Pflegepersonal aus: Es fehlen bis 2029 über 70 000 Pflegende, davon 43 200 diplomierte Pflegefachpersonen.

Berufsausstiege verhindern – Arbeitsbedingungen verbessern
Gemäss Zahlen des Gesundheitsobservatoriums (Obsan) steigen über 40 Prozent der ausgebildeten Pflegefachpersonen frühzeitig aus dem Beruf aus, davon ein Drittel vor dem 35. Altersjahr. Die Pflegeinitiative schafft die Voraussetzung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen: verlässliche Zeit und Dienstplanung, familienfreundliche Strukturen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sowie einen angemessenen Lohn.

Pflegequalität sichern – genügend Pflegende garantieren
Drittens sichert die Umsetzung der Initiative die Pflegequalität. Dazu braucht es genügend Pflegefachpersonen auf allen Abteilungen. Der aktuelle – und durch die Pandemie noch erhöhte –Personalmangel gefährdet die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Genügend diplomiertes Pflegefachpersonal verringert das Risiko für Komplikationen, verhindert unnötige Spitaleinweisungen uns senkt die Aufenthaltsdauer, was alles dazu beiträgt, Gesundheitskosten einzusparen.